
Zu allen Zeiten schon war Tattendorf auf Grund seiner exponierten Lage nahe der Grenze zu Ungarn, ein bedrängtes Gebiet, welches immer wieder unter kriegerischen Verwicklungen zu leiden hatte und nicht selten den Tummelplatz, für aus dem Osten einfallende Kriegshorden darstellte. Wenn auch nicht Hauptursache sondern nur hinzutretendes Moment einer sich schon vorher abzeichnenden Verödung, so waren es wohl die Feldzüge Matthias Corvinus von 1477-1487 die letztlich die Bewohner des benachbarten, in Richtung Pottendorf gelegenen Ortes "Hadewatesdorf" dazu veranlaßten ihn aufzugeben.
1447 waren noch 4 der ursprünglich 19 Lehen bewohnt. Doch 1514 heißt es schließlich im Hausmannstätten Urbar zu "Hadmarstorff":"das Dorff liegt öd/ aus den Grundt sein wißmad gemacht,durch die Tättndorffer ausgetailt".
Der zwischen Tattendorf und Oberwaltersdorf gelegene Ort "Gebendorf" ist vermutlich schon zu Beginn des 14.Jhdt`s wieder zugrundegegangen.
1529 fiel Tattendorf dem 1.Türkenkrieg zum Opfer. Der Bevölkerung wurde schwer zugesetzt, der Ort niedergebrannt und verwüstet. Noch 40 Jahre später heißt es anbetrachts der Kirche und des Pfarrhofes "wie Laid die fragmenta noch heuttigs Togs von Augen seyen".
Im Jahre 1605 wurde Tattendorf von Rebellen (vermutlich ungarische Aufständische unter Gregor Nemeth) überfallen, die im Ort schweren Schaden anrichteten. Auch von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges blieb das Dorf nicht verschont. Immer wieder plünderten versprengte und umherstreifende Reiterscharen den Ort grausam aus. Die Eindringlinge begnügten sich jedoch oft nicht nur mit dem Diebstahl von Vieh und Hausrat, sondern griffen auch die Bewohner tätlich an, sodaß sich niemand seines Lebens sicher sein konnte.
So waren es zum Beispiel am 6.November 1619 mehr als 100 "Brunnerische Reiter" die im Ort übel hausten.Bald darauf am 28.November 1619 kamen an die 200 Ungarn nach Tattendorf geritten (die Truppen Bethlem Gabors belagerten zu dieser Zeit die Stadt Wien), brannten den Ort nieder, plünderten die Kirche "ganz und gar" und nahmen den Pfarrer gefangen. Immer wieder zogen kriegerische Scharen über das Land, neue Schrecken lösten einander ab und machten schließlich der größten Verheerung die Tattendorf in seiner Geschichte je hinnehmen mußte Platz: dem 2. Türkensturm von 1683. Den Ort traf das Verderben unvorbereitet. Alles hierorts wurde "mit Feuer und Schwert verheeret und entvölkert". Der Großteil der Ortsbewohner verlor nicht nur Hab und Gut sondern auch Leib und Leben. Nicht der vierte Teil blieb über. Nach dem "Rummel", so heißt es, waren nur noch 6 oder 7 Häuser bewohnt. Wegen der schlechten Unterbringung, wie auch wegen der nach dem Krieg unter den Ortsbewohnern grassierenden Krankheiten, mußte u.a. auch der neubestellte Pfarrer Valentin Heldwig im Mai 1684 sein Leben lassen. Es dauerte mehr als ein Jahrzehnt, bis der Verlust an Menschenleben durch den Zuzug neuer Ansiedler ausgeglichen war und die eingeäscherten und verwüsteten Anwesen nach und nach wieder aufgebaut und bestiftet wurden.
Doch kaum waren Leid und Elend des Türkengreuels überwunden, als zu Beginn des 18 Jhdt`s mit einfallenden ungarischen Aufständischen, den "Kuruzzen" erneut Gefahr ins Land zog. Brandschatzend und plündernd stießen sie immer wieder von Ungarn aus in unser Gebiet vor.
Am 17.Dezember 1704 waren es 22 Häuser, am 26.März 1706 24 Häuser die sie in Tattendorf einäscherten. Zwei Bewohner wurden niedergehauen und getötet.
Am 19.März 1708 haben die Kuruzzen den Ort abermals verheert, "kein Fenster war mehr ganz, das Heu war entwendet, die Öfen waren eingeschlagen, der Wein rann aus, Kirche und Pfarrhof waren geplündert". Der vermutliche Anführer dieser Truppen schrieb angeblich auf die Wirtshaustür: "Hic fuit Rex Hungariae". Der Mercurius berichtet darüber und meint, er hätte besser schreiben sollen "Hic fuit Rebellis Rex Hungariae". Diesmal dürfte jedoch dem Ort eine Feuersbrunst erspart geblieben sein. Mit der Zurückschlagung der Kuruzzen und nach Überstehen der letzten Pestepidemie von 1713 kamen für Tattendorf wieder ruhigere und segensreichere Zeiten.
Um die Mitte des 18.Jhdt`s trat landesweit ein Bevölkerungsanstieg ein, der in weiterer Folge auch zu einem allgemein vermehrten Bedarf an Lebensmitteln führte. Die Notwendigkeit der Steigerung der Produktion führte dazu, daß sich allerhöchste Hof- und Regierungskreise mit diesem Projekt befaßten (theresianisch-josefinische Reformen).Auch in Tattendorf sollten die diesbezüglichen Bemühungen ihre Spuren hinterlassen. Hatte das Stift Klosterneuburg als Grundherr zuerst noch überlegt im Gebiet des zugrundegegangenen Dorfes "Hartmanstorf" einen "Schweizer Hof und Schafferey" zu errichten - diesbezügliche Baupläne wurden schon erstellt und Kostenschätzungen der Errichtung eingeholt - entschloß man sich letztlich für eine andere Vorgangsweise. Der Ort Tattendorf, der seit dem ausgehenden Mittelalter, also über einen Zeitraum von etwa 300 Jahren unverändert konstant 39 Häuser, davon 29 behauste Güter in Form von 1/2, 1/4 und 1/8 Lehen, sowie 10 Hofstätten aufwies, sollte nach Entschluß des stiftlichen Grundherren ausgeweitet und ein Teil der landwirtschaftlichen Flächen des verödeten Hartmansdorf an neue Ansiedler ausgeteilt werden.
Ab 1768 wurde dazu im Unteren Ort in östlicher Richtung entlang der Triesting mit dem Bau einer neuen Häuserzeile begonnen.
Bis zum Jahre 1784 stieg die Zahl der Häuser von 39 auf 53. Zählte man in Tattendorf über lange Zeit etwa um die 250 Einwohner so erhöhte sich mit diesem Schritt die Einwohnerzahl auf zunächst 302 Personen.
1794 hatte Tattendorf bereits 60 Häuser. Um die Jahrhundertwende vom 18. ins 19.Jhdt. weitete sich der Ort schließlich auch auf das Gebiet jenseits der Triesting aus. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte die hiesige Bevölkerung beinahe ausschließlich aus den Erträgnissen der Landwirtschaft und den mit dieser verbundenen Gewerben. Noch immer herrschte die Dreifelderwirtschaft vor. Von den drei Feldern im Steinfeld, Mitterfeld und im Dornfeld wurde abwechselnd eines mit Wintergetreide und eines mit Sommergetreide bebaut. Das dritte Feld lag brach und wurde als Weidefläche benutzt. Jeden Morgen sammelte man das Vieh am Hauptplatz vor dem Wirtshaus um es danach auszutreiben. Vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst hinein, sollten die Tiere ihr Futter auf der Weide finden. 1788 zählte man in Tattendorf 140 Stück Hornvieh, 47 Pferde, 225 Schafe und 12 Schweine. 
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