
Die Sage vom verschwundenen Schatz
In alter Zeit erzählte man sich in der hiesigen Ortschaft von einem sagenhaft großen Schatz, der einmal aus Furcht vor Feinden in einem inzwischen verfallenen Brunnenschacht des Hauses Tattendorf Nr. 46 vergraben worden sein soll. Der besagte Schacht befand sich im Obstgarten dieses Hauses und die Leute, die um ihn wußten, waren längst verstorben. Natürlich wollte man gerne den reichen Schatz heben - aber wo die Stelle finden ? Und dann gab es noch eine merkwürdige Bedingung: man dürfe während der Suche und Grabarbeiten nicht ein einziges Wörtlein sprechen. Wer sich da vergißt, gräbt umsonst, denn der Schatz verschwindet sofort in die Tiefe.
Einmal machten sich einige Männer auf, um nach dem Schatz zu graben; alle Einzelheiten waren vorher genau besprochen worden, damit sie ungestört arbeiten können und während der Suche ja nichts reden müßten. Stundenlang arbeiteten sie schon und warfen Schaufel um Schaufel mit Erde aus dem finsteren Loch. Vergebens. Mit Gebärden munterten sie sich gegenseitig auf und wollten schon verdrossen und entmutigt aufgeben, da stieß einer mit seiner Schaufel auf etwas Hartes. Es war der Schatz. Sie legten einen großen Kupferkessel bloß, der bis zum Rande mit Gold- und Silberstücken angefüllt war. Keiner der Schatzgräber redete, obwohl ihre Freude über das große Glück unbeschreiblich war. Nun versuchten sie, den Kessel zu heben, er war aber sehr, sehr schwer und schlecht anzufassen. Von allen Seiten her versuchten sie es und kamen dabei immer mehr und mehr in Eifer, bis auf einmal einer voll Freude rief: "Da pack an !" und vor ihren Augen fuhr der Schatz in die Tiefe und ward nie wieder gesehen.
Die Sage vom Trommler
Vor mehr als hundert Jahren lagen berittene Soldaten in unserem Ort und Offiziere, Mannschaften, Fahnenträger, Hornisten und Trommler waren bei den Bauern einquartiert. Täglich marschierten sie auf das "Große Mittel" bei Blumau, um dort ihre Schießübungen abzuhalten.
Unter diesen Soldaten befand sich nun ein Trommler, der aus einer sehr reichen Kaufmannsfamilie stammte und immer viel Geld bei sich trug. Eines Morgens fand man zu aller Entsetzen den Trommler ermordet und beraubt auf und als Täter dieser ungewöhnlichen Begebenheit wurden die Bewohner des Hauses Tattendorf Nr. 13 als Quartiergeber des Toten entlarvt und bestraft. Der tote Trommler wurde am nächsten Tage begraben.
In der folgenden Zeit konnten die dagebliebenen Kameraden des Toten zu mitternächtlicher Stunde aus dem Brunnenschacht des erwähnten Hauses das Trommeln des toten Tambours hören. 
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