Übersicht
Energie
LED
Windkraft
Natur
vielfaltleben
Auszeichnungen
NATUR IN TATTENDORF

UNSER KULTURLANDSCHAFTS PROJEKT TATTENDORF

 

 

 

Begonnen haben wir in Tattendorf mit der Dorferneuerung. Wir haben aber gesagt, unser Dorf hört nicht bei den Siedlungsgrenzen auf. Wichtiger Lebens- und Wirtschaftsraum ist auch die Landschaft rings um uns. Wir arbeiten darin, verbringen hier einen Teil unserer Freizeit und möchten, daß sich auch unsere Gäste in dieser Landschaft wohl fühlen. Dabei geht es uns nicht nur um eine "schöne", sondern vor allem um eine "intakte" Landschaft.

Eine intakte Landschaft, die gerade bei uns - Tattendorf liegt im dicht besiedelten Süden Niederösterreichs - gefährdet ist. Es gilt, trotz Verzicht auf eine totale intensive landwirtschaftliche Nutzung der Landschaft, die wirtschaftliche Zukunft der hier lebenden Menschen nachhaltig zu sichern. Aus unserer mehrjährigen Projektpraxis wissen wir, daß dieses Ziel nur durch kontinuierliches Zusammenarbeiten umgesetzt werden kann.

 

 

Wir arbeiten nach drei wichtige Prinzipien:

 

 

Kultur und Natur sind für uns keine Gegensätze.

 

Das ausgeklügelte System der Natur ist für uns Herausforderung, aber nicht Konkurrenz. Wir wollen nicht besser sein, sondern mit unserer Kreativität Kultur in die Landschaft bringen.

Schutz unserer Böden vor Erosion

Verbesserung des Kleinklimas.

Schaffung ausgeglichener Lebensräume für die Tier- und Vogelwelt

Schutz des europaweit gefährdeten Triel. 

 

 

 

 

 

 

Information und Kommunikation bringen Qualität.

Dafür haben wir unbürokratische und funktionstaugliche Strukturen zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd und anderen Interessen aufgebaut.

Kommunikationsnetz für gezielten Pflanzenschutz im Weinbau

Zusammenarbeit mit Stift Klosterneuburg (größter Grundbesitzer der Gemeinde)

strukturierte und kompetente Plattform für Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Gemeinde.

Veranstaltung von Bodenseminaren

 

 

 

Wir reden viel miteinander

– wir setzen vor allem auch in die Tat um. In Dimensionen, die sich auch niederösterreichweit sehen lassen können. Zum Beispiel:

Pflanzung von 6.000 Bäumen und Sträuchern

Bereitstellung von 32.000 Quadratmeter für Ökoflächen

Erosionsschutz für 700.000 Quadratmeter Ackerboden

 

 

 

 

REDEN & TUN IN TATTENDORF

 

Wie alles entstanden ist...

Wir hatten eine weitgehend strukturlose ausgeräumte Landschaft zu bieten. Und wollten das ändern ...

 

 

 

In zahlreiche Details haben wir mit Bürger(innen) und Fachleuten einen Konsens gefunden. Ein Plan ist das vorläufige Ergebnis unserer Zusammenarbeit.

 

Und was konkret passiert...

  • Wir pflanzen 6.000 heimische Bäume und Sträucher (Hartriegel, Weiden, Dirndl, Wildbirnen, Weichsel, Kirschen, Maulbeeren, Rote Nuß, u.v.a.)
  • 32.000 m2 Ackerfläche werden zur Natur
  • 800 ha schützen wir vor Bodenerosion
  • Veranstaltung von Bodenseminaren
  • 20-jähriger Schutzvertrag für den international wertvollen Triel, der bei uns brütet und lebt
  • Innovatives Baum-Managementkonzept im Siedlungsgebiet, um auch hier unsere Natur effizient zu erhalten und zu gestalten
  • Ausbau des sanften Tourismus durch Bau eines neuen Radweges durch unsere schöne Landschaft

 

Wie es einmal aussehen wird...

Einen kleinen Teil unserer Landschaft haben wir mittels Computer etwas verändert, um zu sehen, wie es einmal wird... Das war für uns eine wesentliche Entscheidungsgrundlage.

 

Chorherrenstift Klosterneuburg, Grundbesitzer in Tattendorf

"Der sensible Umgang mit unserer "Mutter Natur" und all ihren Schönheiten ist uns ein großes Anliegen. Unser modernes Zeitalter braucht dringender denn je die Harmonie von Natur und Kultur, den Ausgleich und die Ruhe. Das geht nicht mit Befehlen, sondern nur mit guten gemeinsamen Gesprächen. Ein guter Wille kann Berge versetzen. Gemeinsam mit den Landwirten Tattendorfs können wir auf unseren Stiftsflächen große Stücke Natur zurückgewinnen, die dem Zeitgeist der industrialisierten Landwirtschaft zum Opfer gefallen waren."

 

 

 

 

 

 

 Auer Leopold jun., Landwirt

 

"Weinbau ohne Spritzmittel ist heute in unserem Klima noch nicht realisierbar. Doch um Insekten, Beikräuter und Vogelwelt zu schonen, muß gezielt und nicht auf "Verdacht" gearbeitet werden. Vier in den Weinbaufluren verteilten Pflanzenschutz - Warngeräte unterstützen uns dabei, mit sparsamstem Mitteleinsatz den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Wir bedienen uns dabei der modernsten Technik. Die ermittelten Daten können telefonisch abgerufen und über den Computer ausgewertet werden. Die Information zum optimalsten und sparsamsten Spritzmitteleinsatz erfolgt über Fax und eine zentral gelegene Schautafel. Die Schonung und Erhaltung vieler Tiere, Pflanzen und Nützlinge in unseren Weingärten wird durch diese organisierte Vorgangsweise sichergestellt. Nicht zuletzt auch zu unserem eigenen Wohl."

 

 

Fritz Aichinger, Heurigenschenker

 

"In unserem Gebiet wurden und werden mit hohem Kapitaleinsatz immer neue Freizeiteinrichtungen geschaffen, welche letzten Endes, verbunden mit der zusätzlich boomenden Bautätigkeit dazu beitragen, daß immer mehr wertvoller natürlicher Landschaftsraum verloren geht. Durch bewußtes Bewahren und gezieltes Zurückgewinnen natürlicher Landschaftsräume kann eine andere Lebensqualität und Freizeitgestaltungsmöglichkeit sichergestellt werden. In Verbindung mit dem weiteren Ausbau der Radwanderwege und dem geplanten Anschluß an überregionale Radwanderwege glaube ich, daß dadurch für viele Menschen ein lohnenswertes Ausflugsziel vorhanden sein wird." 

 

 

 

 

 

 

Ing. Erich Schneider, Bürgermeister

 

"Bürgerbeteiligung ist heute leicht gesagt. Aber eine gut strukturierte und organisierte Plattform des gemeinsamen Gesprächs gibt es leider selten und muß erst langsam erarbeitet werden. Wir haben eine Projektgemeinschaft gebildet, in der viele wichtige Details unserer Landschaft, unsere Ansprüche und auch damit zusammenhängende Konflikte ausgesprochen werden. Mit dabei sind kompetente Fachleute des Naturschutzes, der Jagd, Gemeindevertreter und natürlich Vertreter der Landwirtschaft und des Weinbaues. Auch andere Experten wurden je nach Bedarf hinzugezogen. Die Zusammenarbeit ist nicht immer einfach, aber sie ist keine Belastung für uns. Sie ist ein wichtiger Teil unseres Zusammenlebens geworden."

 

 

 

 

 Dipl. Ing. Frank Grinschgl, Biologe

"Das Brutgebiet des Triel in Tattendorf ist einmalig. Seit es die großen Schotterbänke in den Flüssen nicht mehr gibt, weicht der Triel auf schottrige Ackerflächen aus. Hier gibt es dann meist böse Überraschungen im Zuge der Flächenbewirtschaftung. In Tattendorf konnte mit Hilfe der Bauern ein großflächiges Brutgebiet sichergestellt werden."

Fam. Kollenhofer, Landwirte

Wir beobachten die Vögel und die Aufzucht ihrer Jungen schon länger. Wir haben aber nicht gewußt, daß es sich dabei um ein so wertvolles Tier handelt. Durch eine entsprechende Gestaltung einer über 9 Hektar großen Ökofläche schützen wir ihn gerne. Er gehört ja schließlich auch zu uns – nach Tattendorf."

 

 

 Alexander Wilhelm, Jagdleiter

"Die Ausgangssituation für unsere Wildtiere war nicht besonders rosig: Wir hatten nur eine weitgehend strukturlose ausgeräumte Landschaft zu bieten. Es fehlte an Rainen, Feldgehölzen, Wildäckern und Tränkstellen. Diese Naturelemente wurden und werden nun wieder geschaffen. Äsungs- und Deckungsräume, Überwinterungsplätze u.v.m. machen unsere Kultur-Landschaft wieder zu einer guten Heimat für unser Klein- und Großwild."

 

 

 

 

 

 

 

Ing. Holler Josef, Landwirt

"Wir in Tattendorf wirtschaften auf seichtgründigen Schotterböden. Selbst geringe Windverfrachtungen bedeuten große Schäden in unserer Bodenstruktur. Wir haben uns nach längeren Gesprächen jedoch nicht für das herkömmliche gerasterte Bodenschutzheckennetz entschieden. Es entspricht nicht dem Charakter unserer Landschaft. Wir erreichen den gleichen Effekt mit einem dichten System an niedrigen Strauchhecken, Krautstreifen, Baumreihen an den Wegen und Gehölzgruppen. Mittels einer Computergrafik haben auch die Bürger(innen) das zukünftige Erscheinungsbild unserer Landschaft mitbestimmen können.