
Der Weinbau erholte sich zur Zeit des 1. Weltkrieges rasch von den Schäden der Reblaus. Im Gegensatz zu anderen Orten besuchten verhältnismäßig viele Burschen de Ackerbauschule in Weigelsdorf und man verstand es, den Wein durch neuartige Werbemethoden zu verkaufen.
In der Zwischenkriegszeit veranstalteten die Tattendorfer Weinhauer die sogenannten "Blunzenzüge" oder "blauen Züge". Hunderte, meist arbeitslose Wiener, fuhren gratis mit dem Zug nach Tattendorf, wo sie mit Musik empfangen und zum Heurigen begleitet wurden. Da noch keine Heurigenlokale vorhanden waren, räumten die Weinhauer die Zimmer ihres Wohnhauses aus und stellten dort Tische und Bänke für die Gäste auf.
Die Tattendorfer Weinhauer zeigten schon immer ein fortschrittliches Denken. Mit der Umstellung zur Hochkultur ging die Mechanisierung Hand in Hand und es folgte die Modernisierung der Kellerwirtschaft. Durch gezielten Einsatz von Handelsdünger und Wirtschaftsdünger erreichte man ein Ertragssteigerung.
Im Jahre 1960 schlossen sich 11 Weinhauer zu einer Winzergenossenschaft zusammen. Sie erbauten einige Jahre später eine rustikale Buschenschenkhalle, wo sie zweimal jährlich beim Großheurigen ihre Weine ausschenken (Juni und September). Weiters bieten zahlreiche Heurige während des ganzen Jahres die Möglichkeit , ein Glaserl Wein zu genießen.
Trotz der schlechten Schotterböden gelang es den Tattendorfern Weinhauern sich gegenüber der Konkurrenz der Nachbargemeinden durchzusetzen. Sie lassen sich auch durch die Gemeindezusammenlegung nicht beirren und haben ihren Idealismus behalten.

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